Was wir gelernt, worüber wir gelacht und was wir verges­sen haben – und was wir ganz bestimmt nicht noch­mal machen. Jeden Frei­tag frisch aus dem Berli­ner Büro (und derzeit aus dem Homeoffice)

Knoten­an­ek­do­ten — Die Frei­tags­ko­lumne vom Netz­werk­kno­ten. Grafik: Karl Bredemeyer

“Was wir gelernt haben, worüber wir gelacht haben und was wir verges­sen haben”, darüber wollen wir in dieser Kolumne schrei­ben. Seit Novem­ber haben wir defi­ni­tiv viele Lern­er­fah­run­gen geteilt und auch den ein oder ande­ren Fuck-up. Und gelacht? Ja, gelacht haben wir schon auch. Nur irgend­wie ist es ein ziem­lich undank­ba­res Unter­fan­gen, Witze oder Situa­ti­ons­ko­mik nach­zu­er­zäh­len. Wird schnell pein­lich, ihr erin­nert euch sicher an mindes­tens eine Situa­tion folgen­der Art: Man kann die Geschichte vor lauter Lachen über­haupt nicht rich­tig wider­ge­ben und das Gegen­über sitzt mit fragend nach oben gezo­ge­nen Augen­brauen da und grinst eher über das Lachen als über den Inhalt. 

Also was tun? Kolum­nen-Teaser umbe­nen­nen? Nee. Lachen ist ja wich­tig. Und zwar das Lachen an sich. Solange der Inhalt des Lachens sich nicht verlet­zend gegen Menschen rich­tet, ist er sekun­där. Gerade als Gruppe oder Team mitein­an­der zu lachen (logi­scher­weise nicht über­ein­an­der, das ist einfach schä­big) ist eine sehr konstruk­tive Form der Kommunikation. 

Was das Lachen über uns aussagt

Gemein­sam lachen zu können bedeu­tet Sicher­heit, Vertrauen und Offen­heit für die Gefühle der ande­ren. Lachen ist nämlich genau dann anste­ckend, wenn es auf einer gemein­sa­men Basis und einem empha­ti­schen Grund­ge­rüst basiert. Es bedeu­tet Verbin­dung. Wenn die Chef*innen raus­ge­hen müssen, damit das Team lachen kann, läuft was falsch. 

Das ist kein Aufruf, jetzt krampf­haft irgend­wel­che Witze raus­zu­hauen und den Team­chat unge­fil­tert mit GIF’s voll­zu­bal­lern. Sondern viel­mehr ein Impuls, das eigene Lachen mal zu beob­ach­ten. Zu Hause, im Team, mit Freund*innen. Wie sehen die Momente und die Bezie­hun­gen aus, in denen wir frei lachen können? Auf welcher Grund­lage kommt es dazu? Bei wem lache ich mit, bei wem wende ich mich inner­lich ab und warum? 

Lachen ist ein Ventil, das wissen wir mitt­ler­weile. Gerade in sehr schwe­ren Zeiten kracht es manch­mal beson­ders inten­siv aus uns heraus – Milan Kundera hat das sehr eindrück­lich in Das Buch vom Lachen und Verges­sen beschrie­ben. Es verbin­det, trennt, kann wahn­sin­nig schön und wahn­sin­nig grau­sam sein. 

Deshalb lohnt es sich, das eigene Lachen mal genauer anzu­schauen. Es sagt genauso viel über uns aus, wie verbale Elemente unse­rer Kommu­ni­ka­tion. Viel­leicht sogar noch mehr.